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Hanf

Hier der Beitrag, den uns der Fohlenhof Astner (eine der 3 hanfanbauenden Betriebe in Osttirol) zur Verfügung gestellt hat.

HANF – unser heimisches Superfood

Geschichte des Hanf

Hanf gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen und wird nachweislich seit mindestens 5000 Jahren angebaut. Seit jeher wurde die Hanfpflanze als wertvolle Nahrungspflanze, Ritualpflanze und Heilpflanze verwendet. Auch als Faserpflanze war Hanf wertvoller Rohstofflieferant z.B. für Papier (Gutenberg Bibel 15. Jh.), Seile, Segel (Kolumbus), Stoffe (erste Levi Strauss Jeans).Außerdem werden Hanffasern zu Dämmstoffen, Autoteilen und Stoffen verarbeitet. Als potenzieller Plastikersatz könnte Hanf in naher Zukunft einen wesentlichen Beitrag zu großen ökologischen Themen leisten.

 

Sorten und Botanik

CANNABIS = LATEINISCHER NAME

– Cannabis ruderalis – Wildform

– Cannabis indica – indischer Hanf, Drogenhanf, hoher THC-Gehalt

– Cannabis sativa – Nutz-, Industrie- oder Faserhanf, THC-Gehalt <0,2%,erlaubte Sorten aus dem EU-Sortenkatalog

– Zweihäusig (m/w Pflanzen), wächst extrem schnell (in 100 Tagen bis zu 4 Meter), wurzelt tief, entgiftet u. lüftet Boden

– Verwendet werden Blätter, Blüten, Samen, Faser und Schäben

Medizinische Bedeutung

Aus medizinischer Sicht sind v.a. die sogenannten Cannabinoide von großer Bedeutung. (ca. 100 verschiedene, sortenabhängig). Die wohl bekanntesten unter ihnen sind THC und CBD

a) THC (Tetrahydrocannabinol) int. Name DRONABINOL

THC ist jener Wirkstoff, der die Hanfpflanze wegen seiner psychoaktiven Wirkung zur Droge macht. Mit Suchtgiftrezept finden THC-haltige Medikamente u.a. wegen ihrer beruhigenden, schmerzstillenden, muskelentspannenden, antiepileptischen und appetitanregenden Wirkung in der Krebstherapie, bei Multipler Sklerose, bestimmten Epilepsieformen… Verwendung.

b) CBD (Cannabidiol)

CBD wirkt nicht psychoaktiv und ist sowohl als Reinsubstanz (synthetisch hergestellt) als auch als Pflanzenextrakt erhältlich.

Als CBD-Öl wird das Pflanzenextrakt mit einem entsprechenden Anteil eines pflanzlichen Öls (z.B. Hanföl) bezeichnet.

c) ENDOCANNABINOIDSYSTEM

Alle Säugetiere bzw. höheren Lebensformen verfügen über ein körpereigenes (endo = innen) Cannabinoidsystem (=Teil des Nervensystems), das u.a. für den Stoffwechsel, die Regulierung der Gesundheit (Schlaf, Appetit, Bewegungskontrolle, Immunsystem, Entspannung, Entzündungen…) zuständig ist. Die Bedeutung der verschiedenen Cannabinoide aus der Hanfpflanze für die menschliche Gesundheit wird international erforscht.

Ernährungsphysiologische Bedeutung – SUPERFOOD HANF

a) Hanfsamen allgemein:

– ca. 30 % Fett (davon 80-90% ungesättigte Fettsäuren)

– ca. 25% Eiweiß (wertvolles pflanzliches Eiweiß)

– Kohlehydrate, Ballaststoffe, Vit. B1, B2, B6, Niacin (B3), Vit. E, Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen… Antioxidantien,

– KEIN GLUTEN

– THC-Gehalt<0,2%

b) Fettsäuren

Hanf besitzt ein für den menschlichen Körper optimales Verhältnis von

Omega-6-Fettsäuren : Omega-3-Fettsäuren von ca. 3:1 (mehrfach ungesättigte FS). Über 5:1 steigt das Risiko für Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Rheuma…

Beispiele für besonders wertvolle Fettsäuren sind die Linolsäure und die seltene Gamma-Linolensäure. Sie dient u.a. als Zellbaustein und ist beispielsweise für die Zellatmung verantwortlich. Der hohe Anteil an Alpha-Linolensäure (Omega-3-FS)ist u.a. sehr wertvoll in Bezug auf Omega-3-FS-Mangel!

 c) Proteine

– Ca. 25% Eiweiß in den Hanfsamen

– Wertvolle pflanzliche Proteinquelle (z.B. bei Verzicht von tierischem Eiweiß, Vegetarier, Veganer…)

– Hohe biologische Wertigkeit von 80-87 (im Vergleich zu Hühnereiweiß 100)

– Leicht verdaulich

– ALLE ESSENTIELLEN AMINOSÄUREN ENTHALTEN (auch in Moringa, Chia, Baobab – nicht bei uns heimisch)

– Beispiele für besonders wertvolle Aminosäuren: Tryptophan als Baustein für Wohlfühl- und Glückshormon Serotonin, Methionin und Cystin wirken anitoxidativ.

d) ANTIOXIDANTIEN

Hanfsamen enthalten vielerlei sogenannte Antioxidantien: z.B. Vit. E,

Gamma-Linolensäure, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Niacin… Ihre Aufgabe besteht in der Bekämpfung freier Radikale. Freie Radikale entstehen durch Stress, Umweltgifte, Lebensmittel-Zusätze, Konservierungsstoffe, Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel… und gelten als Mitverursacher von verschiedensten Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes, Demenz, Alzheimer, Allergien, Burnout, chron. Entzündungen…

 Hanf in der täglichen Ernährung

Seit 2016 wird in Osttirol wieder Nutzhanf angebaut (derzeit 3 landwirtschaftliche Betriebe) und vor allem als hochwertiges Lebensmittel veredelt:

Hanfsamen ungeschält: roh, seit jeher wichtiges Grundnahrungsmittel, versch. Geschmacksrichtungen zum Knabbern

Hanfsamen geschält: zB in Müsli, Joghurt, Kuchen, Desserts, Salatmarinade…

Hanföl: kaltgepresst, als Salatöl, oder auch pur zur Unterstützung der Gesundheit (zB 1 EL tgl. evtl mit Zitronensaft entgiftet Leber u. Galle), Hanfsamenöl eignet sich auch zum Dünsten und Dämpfen jedoch NICHT zum Hocherhitzen! Tropfenweise zu Obst- und Gemüsesäften und Smoothies (fettlösliche Vitamine), äußerlich zur Hautpflege (Z.B. als Badezusatz, Massageöl)

Hanfmehl, Proteinpulver: entölt, ungesiebt oder gesiebt, Brot, Salatmarinade, Kräutersalz, zur Hautpflege z.B. als Peeling

Hanfblättertee: ausgleichend, beruhigend

 

 Eine weitere Zusammenfassung liefert der Hanserhof Halbfurter:

Hanf (Cannabis sativa) war über Jahrtausende weltweit einer der wichtigsten Rohstoffe der Menschheit und lieferte vielfältigste und preiswerteste Produkte. Es gibt keine Pfanze, die das Sonnenlicht schneller und universeller umsetzt.

Hanf wurde in vielen alten Kulturen als heilige Pflanze verehrt – ist eine der ältesten Heilmittel der Medizin und gehörte noch im vorigen Jahrhundert zu den am häufigsten verordneten Arzneimittel.

Hanf ist in unserem Klima problemlos anzubauen und seit Jahrtausenden heimisch. Die Pflanze wächst in 100 Tagen bis zu vier Meter hoch und verbessert dabei die Böden.

Hanf benötigt keine Planzenschutzmittel und bringt dennoch dreimal soviel Fasern wie ein Baumwollfeld und viermal soviel Papier wie Wald. Sie ist die haltbarste Naturfaser überhaupt.

Hanf ist so universell nutzbar wie keine andere Pflanze. Sie liefert Kleidung und Nahrung, Öl und Energie, Papier und Baustoffe sowie zahlreiche Heilmittel.

Hanf Öl bietet die optimaleKompination an ungesättigten Fettsäuren. Der Gehalt der therapeutisch wertvollen Gamma-Linolen Säure (gegen Neurodermitis, Hautkrankheiten) macht Hanföl einzigartig unter den Speiseölen.

Hanf Nüsse (Samen) waren in vielen Weltgegenden ein Grundnahrungsmittel für Mensch und Tier und sind vielseitig in der Ernährung einsetzbar – geschält im Salat, Müsli, Brot,…. und geröstet als sehr gesunde Knapperei.

Hanf stellt im Prinzip alles bereit, was die Menschheit zum überleben braucht. Er ist der ideale Rohstoff für die Kreislaufwirtschaft des 21. Jahrhunderts.